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      Kath. Kirchengemeinde St. Maria Magdalena Großschafhausen



       

       

       

       

      Die Orgel in Großschafhausen wird 100 Jahre alt!

      In diesem Jahr feiert die Orgel der Pfarrkirche St. Maria Magdalena in Großschafhausen ihren 100-sten Geburtstag. Dieses besondere Jubiläum soll am Sonntag, den 3. Dezember

      (1. Advent) um 9.00 Uhr mit einem feierlichen Gottesdienst gefeiert werden. Die Feier wird auch vom Kirchenchor umrahmt.

      1917, noch während des 1. Weltkrieges und im Jahr der russischen Revolution, wurde in der Pfarrkirche in Großschafhausen eine neue Orgel gebaut. Der Orgelbauer Xaver Wetzel (1871-1923) stammte aus Rot bei Laupheim und hatte dort auch seine Werkstatt.

      Die Vorgängerorgel war 1843 in Unterkirchberg für 50 Gulden gebraucht erworben und in einem Visitationsprotokoll von 1907 als „sehr schlecht“ bezeichnet worden.

      In einem Feuerversicherungsprotokoll heißt es: „1917. Orgel ersetzt. Neu eingesetzt 1 Orgel mit 6 klingenden Registern in einem Gehäuse mit Blasebalg 2500 Mk“.

      Das vierteilige Rundbogengehäuse ist nicht typisch für die Zeit um 1920 sondern eher für das späte 19. Jahrhundert. Der freistehende Spieltisch befindet sich vor der Orgel mit Blick zum Altar. Eine sehr seltene Traktur lässt die Verbindung zwischen Taste und Pfeife vom Spieltisch bis fast zur Windlade mechanisch verlaufen, dann wird jedoch ein pneumatisches Relais betätigt. Die Orgel der Nachbargemeinde Rot hat dieselbe Traktur und befindet sich zudem noch im Originalzustand.

      Die Großschafhauser Orgel wurde dagegen  im Jahre 1948 von der Biberacher Firma Reiser um 3 Register erweitert, wobei der vorhandene Bestand unverändert blieb. Da hinter der Orgel ein Platz zum Ziehen der Glockenseile gelassen werden musste, konnte die Zusatzlade nicht mittig hinter das Gehäuse gestellt, sondern musste hinten seitlich angebaut werden.

      1999 wurde angeregt, die Orgel zu erweitern und klanglich zu verbessern. Der damalige Orgelsachverständige Johannes Mayr aus Bad Wurzach erstellte dazu ein Gutachten. Wegen der anstehenden Renovierung der Pfarrkirche wurde diese Maßnahme jedoch verworfen.

      2005 wurde der Blasebalg auf dem Dachboden mit einem Balghaus versehen und bekommt seither die Luft direkt aus dem Kirchenraum. Bis dahin wurde die Orgel mit der Luft aus dem Dachboden versorgt, was v.a. im Winter oft zu Problemen führte.

      Nach einer großzügigen Spende eines Kirchenbesuchers konnte 2008 der stark abgenutzte Belag der Klaviatur im 2. Manual erneuert werden.

      2014 wurde das Instrument dann von der Fa. Wiedenmann aus Unteressendorf gereinigt und gründlich überholt.

       

      Die kleine Orgel gehört untrennbar zu der schmucken Barockkirche in Großschafhausen.

      Sie hat eine leichte und präzise Spielart und erfüllt ihre Sonntäglichen Dienste sehr treu und zuverlässig. Klanglich gibt sie den Geschmack der damaligen Zeit wieder.

      Wir wünschen dem Instrument alles Gute und dass es noch lange zu Gottes Ehren erklingen möge.

      „Soli Deo Gloria“!

       

                                                                   Quellen: Johannes Mayr, Wolfgang Manecke

       


      Bernd Karrer