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      Ehepaar Franz und Anni Müller geht nach 32 Jahren im Mesnerdienst der Pfarrgemeinde Sießen i.W. in den Mesnerruhestand.

      Pfarrer Ziellenbach:  „Die Kirche immer bewohnbar gemacht“.  

      Sießen i.W. (Cs) Eine lange Epoche in Sießen i.W. ging zu Ende. Das Ehepaar Franz und Anni Müller aus Hörenhausen geht nach 32 Jahren im Mesnerdienst der Pfarrgemeinde Sießen i.W. in den Mesnerruhestand. Bei einem Festgottesdienst in der Wallfahrtskirche Sießen i.W. wurden sie offiziell verabschiedet. Dabei dankten Pfarrer Martin Ziellenbach und auch der 2. Vorsitzende des Sießener Kirchengemeinderates, Dr. Anton Thanner, den beiden für ihren langjährigen, wertvollen Dienst in der Kirchengemeinde. „Sie haben in den 32 Jahren ihren Mesnerdienst, der auch oft im Hintergrund ablaufe, für alle sichtbar gelebt und ausgefüllt“, lobte Pfarrer Ziellenbach die Beiden. Er dankte ihnen, „dass sie die Kirche immer  bewohnbar gemacht haben“. Ein Geschenk war das äußere Zeichen der Wertschätzung.

      In einem Gespräch mit der Schwäbischen Zeitung ließen Franz Müller, jetzt 77 Jahre alt und Anni Müller, jetzt 74 Jahre alt und bis zu ihrer Pensionierung in der eigenen Landwirtschaft tätig, ihre lange, interessante Mesnertätigkeit nochmals Revue passieren. Begonnen hatte alles offiziell am 1.9.1982, als Franz Müller aus einer Notsituation heraus, auch sein Vorgänger Josef Braig war 35 Jahre im Amt, das Mesneramt übernahm. Nach einer Abmachung mit dem damaligen Pfarrer Heinz Baier durfte seine Frau Anni ihn dabei unterstützen. In ihrer langen Mesnertätigkeit hatten sie es mit fünf Pfarrern, den Herren Baier, Fliege, Zink, Schwab und Ziellenbach, zu tun. Am Anfang seien auch noch viele Claretiner – Patres aus Weißenhorn zur Aushilfe gekommen. „Mit allen haben wir gut zusammengearbeitet“, versichern die Beiden. Eine wichtige Aufgabe sei es dabei auch gewesen, kooperativ „auf die jeweiligen Pfarrer und ihre „Macken“ einzugehen“. Auch die veränderten Strukturen in der Kirche, wie etwa die Bildung von Seelsorgeeinheiten haben sie mitgetragen.

      Als besonderes Highlight ihrer Mesnerlaufbahn mit  besonderen Gästen sehen die beiden einen Geburtstag des leider schon verstorbenen Unternehmers Andreas Maier,  als mit Kardinal Walter Kasper und dem evang. Landesbischof Otfried July und vielen Gästen in der Sießener Wallfahrtskirche Ökumene hautnah gefeiert wurde. Überhaupt sind sie „mächtig stolz, dass sie in der großen und schönen Wallfahrtskirche St. Maria Magdalena in Sießen i.W. ihren Mesnerdienst verrichten durften“. Diese habe immer einen würdigen und schönen Rahmen für die vielen freudigen Festlichkeiten, wie etwa Hochzeiten, Erstkommunionen, Firmungen, Wallfahrten, Taufen, besonderen Geburtstage, großen Feste, wie etwa die Jubiläums- und Kreismusikfeste, Konzerte, Feste im Jahresablauf, aber auch Beerdigungen,  abgegeben. Bald mussten sie immer im Winter in der Kirche sein, denn es galt hier die Heizung anzumachen um für eine warme Kirche für die Gottesdienst-besucher zu sorgen. Auch machte es ihnen Spaß, die Wallfahrtskirche mit Kerzen und Licht festlich  erscheinen zu lassen. Interessant und bei jedem Paar anders seien oft die Vorbereitungen und Abläufe von Hochzeiten gelaufen. Viel Vorbereitung und aktives Mitdenken hätten auch die Kirchenfeste im Jahresablauf erfordert. Bei dem Gespräch erfuhr der Berichterstatter auch, dass es sich bei dem Messwein um einen „reinen Wein“, Weißwein oder Rotwein, „je nach Wunsch des Pfarrers“, handelt. Kreativ mussten sie bei den Außen- und Innenrenovationen der Wallfahrtskirche sein, die sie begleiten durften. „Eine schöne Wallfahrtskirche entlohnte für alle Mühen“, so die beiden zufrieden.  Eine interessante und manchmal auch aufwendige Angelegenheit seien die Vor-bereitungen und Abläufe von Gottesdiensten in der Kapelle in Weihungszell oder bei den Zeltfesten gewesen, da hier alles vom Messgewand bis zum Messwein transportiert werden musste. Bei den Zeltfesten sogar der Altar. Hier erzählten die nun Mesnerruheständler eine nette Episode ihrer Mesnerlaufbahn. Beim Transport fiel der Altar vom Anhänger, ein anderes Mal wurde er auf dem Festplatz von einem anderen Fahrzeug „beschädigt“. Helfer reparierten den Altar kurzfristig auf dem Festplatz notdürftig, sodass der Gottesdienst trotzdem stattfinden konnte.

      Anni Müller fungierte auch über 20 Jahre als Rosenkranzvorbeterin.

      „Alle die Jahre haben wir die Mesnertätigkeit sehr gern getan und es hat viel Spaß gemacht“, zogen die beiden zum Ende des Gespräches ein sehr zufriedenes und positives Resümee ihrer 32 -  jährigen Mesnertätigkeit. 

      Die Nachfolgeregelung erwies sich als sehr schwierig, inzwischen wurde eine Lösung gefunden. Die Werktagsgottesdienste werden von Roswitha Bauer aus Schwendi und die Gottesdienste an den Sonn- und Feiertagen von Friedrich Klaiber, der in dem benachbarten Pfarrhaus in Sießen wohnt, als Mesner begleitet

       

      Bild und Text:Clemens Schenk (vom 01.04.2015)